Schach – das Spiel der Könige

Für manche ist es eine uralte Kriegssimulation für andere eine Allegorie auf unser Leben. Die olympischen Götter setzten uns Menschen wie Schachfiguren auf das Spielfeld in die Welt. Heute ist die Sicht auf dieses Spiel geprägt von unserem Verlangen nach einem selbstbestimmten Leben: Schach ist ein Spiel für intelligente Menschen, für Strategen, für Personen, die planvoll vorgehen.

Erfunden wurde das Spiel der Legende nach von Sissa ibn Dahir in Indien im dritten oder vierten Jahrhundert und ist seitdem persisch, arabisch und im Mittelalter auch christlich überformt worden.

Mit Sissa verbindet sich auch die aus dem Mathematikbuch bekannte Legende vom Weizenkorn: Der König fragte nämlich den Erfinder des königlichen Spiels nach seinem Wunsch der Entlohnung. Sissa schlug vor auf das erste Feld des Spielbrettes ein Weizenkorn zu legen und auf das zweite Feld zwei Körner. Für jedes weitere Feld wollte Sissa die doppelte Anzahl an Weizenkörnern erhalten, die auf dem Vorgängerfeld zu finden sei. Lachend gewährte der König dem scheinbaren Toren die Bitte. Doch als der König die Menge an Weizen ermitteln ließ, stockte allen der Atem. Eine solche Menge Weizen war nicht aufzutreiben – und wäre es auch heute nicht; sie umfasst das Anderthalb-tausendfache der heutigen Welternte. Schließlich erwiderte der König, er könne die Menge an Weizen beschaffen, wolle aber weder zu wenig noch zu viel geben, und bat den Erfinder, Korn für Korn nachzuzählen. Daraufhin verzichtete Sissa auf eine Belohnung.

Diese Geschichte versinnbildlicht den Streit auf hohem mathematischem Niveau, der bei einer Partie Schach ausgetragen wird.

eine Schachmannschaft

Der König – ♔ ♚

Der König ist die wichtigste Figur beim Schachspiel, da es Ziel des Spiels ist, den gegnerischen König matt zu setzen – was die Partie sofort beendet. "Schah", das persische Wort für König, gab dem Schachspiel seinen Namen. Als besondere Geste, dass man verloren hat oder aufgibt, kann man den eigenen König auf dem Schachbrett umlegen.
Der König kann ein Feld in jede Richtung ziehen. Damit kann er alle Felder des Schachbretts erreichen. Wegen seiner niedrigen Reichweite benötigt er dazu aber relativ viele Züge. Zwischen den beiden Königen muss sich mindestens ein Feld befinden, da ein König kein bedrohtes Feld betreten darf.
Im Anfangs- und Mittelspiel gehört die Sicherung des Königs vor gegnerischen Angriffen zu den strategischen Zielen. Im Endspiel kann der König eine große Wirkung entfalten. Ganz im Gegensatz zu allen anderen Phasen des Spiels kommt dem König nicht selten eine aktive und spielentscheidende Rolle zu.

Die Dame – ♕ ♛

Die Dame ist die stärkste Figur beim Schachspiel. Zusammen mit dem Turm gehört sie zu den Schwerfiguren. In der Praxis ist die Dame im Zusammenspiel mit Turm, Läufer und Springer eine starke Angriffsfigur.
Im Urschach, dem Chaturanga, nahm der „Mantrin“ den Platz der heutigen Dame ein. Dieser Ratgeber oder Minister war die schwächste Figur auf dem Brett, ihre Zugweise beschränkte sich auf jeweils ein Feld in der Diagonalen.
Die Perser nannten diese Figur „farzin“, die Araber „firz“. Mit der Einführung des Spiels nach Europa wurde daraus Ferz oder Fers. Aufgrund der ähnlichen Aussprache von Fers zum französischen „vierge“ (Jungfrau) sowie der räumlichen Nähe zur Figur des Königs, bürgerte sich der Begriff Dame oder Königin ein. Um 1490 setze sich die heutige Zugweise dieser Figur durch.

König und Dame die Türme

Der Turm – ♖ ♜

Der Turm ist die zweitstärkste Figur beim Schachspiel. Zusammen mit der Dame gehört er zu den Schwerfiguren. Man unterscheidet in der Grundstellung und in der Eröffnung zwischen Damenturm und Königsturm. Ersterer ist auf dem Damenflügel postiert, der weiße steht auf dem Feld a1, der schwarze auf a8. Letzterer ist auf dem Königsflügel postiert; der weiße steht auf dem Feld h1, der schwarze auf h8.
Die Darstellung des Turms resultiert aus Figuren die einen Elefanten mit Turmaufsatz zeigten (allerdings nahmen die Elefanten in Indien den Platz des heutigen Läufers ein), sprachlich entwickelte sich der Begriff „rok“ (Sanskrit) bzw. „roch“ (persisch) für „Gesichtsfeld“ bzw. „Streitwagen“ (im Sinne von gerader Angriff mit dem Streitwagen) über den Begriff „ruch“ zum lateinischen roccus und damit zum vermeintlichen gleichen rocca (italienisch für Burg). So entstand auch die englische Bezeichnung „rook“. Gelegentlich wurde auch über einen etymologischen Zusammenhang mit dem Vogel Roch der orientalischen Sagenwelt spekuliert.
Im mittelalterlichen Schach war der Roch die stärkste Figur, weil der Fers noch nicht über die Zugmöglichkeiten der Dame verfügte. Aus diesem Grund wurde der Turm beziehungsweise Roch gerne als Wappenfigur verwendet.

Der Läufer – ♗ ♝

Der Läufer ist eine Figur beim Schachspiel. Zusammen mit dem Springer gehört er zu den Leichtfiguren und zu den Offizieren.
Zu Beginn einer Partie befinden sich zwei weiße und zwei schwarze Läufer auf dem Brett. Jede Partei hat jeweils einen weißfeldrigen und einen schwarzfeldrigen Läufer.
Im Schach der Inder, Perser und Araber gab es den Läufer in seiner heutigen Form noch nicht: An seiner Stelle gab es die Figur des Alfil oder Fil (persische Bezeichnung für Elefant). Auf Lateinisch hieß der Alfil meist alphinus. Im Russischen wird der Läufer noch heute als "slon" - Elefant bezeichnet.
Der Alfil sprang diagonal ins übernächste Feld, seine Reichweite war damit beschränkt. Diese Zugweise weist eine Parallele zu derjenigen des Springers auf. Dargestellt wurde die Figur durch zwei nach oben ragende symbolisierte Stoßzähne eines Elefanten. Mit der Einführung des Spiels in Europa wurde dies dann umgedeutet: Die Franzosen interpretierten es als Narrenkappe (die französische Bezeichnung „fou“, der Narr, für den Läufer ist eine Entstellung von Fil). In Großbritannien und einigen anderen Gebieten Europas wurde daraus frühzeitig die Form einer Mitra. Die englische Bezeichnung des Läufers ist „bishop“.

die Läufer die Springer

Der Springer – ♘ ♞

Der Springer (auch Pferd oder Ross) ist eine Figur beim Schachspiel. Zusammen mit dem Läufer gehört er zu den Leichtfiguren bzw. Offizieren.
In der Grundstellung einer Schachpartie hat jede Partei je zwei Springer. Der weiße Königsspringer steht zu Beginn des Spiels auf dem Feld g1, der schwarze auf g8; der weiße Damenspringer auf dem Feld b1, der schwarze auf b8. Die Besonderheit des Springers liegt darin, als einzige Schachfigur über eigene und gegnerische Figuren und Bauern „springen“ zu können.
In den meisten Sprachen wird er sinngemäß als „Pferd“ (etwa italienisch „cavallo“), „Reiter“ (französisch „cavalier“) oder „Ritter“ (englisch „knight“), bezeichnet.
Obwohl die Gangart des Springers im Vergleich zu den anderen Schachfiguren recht ungewöhnlich ist, gehört er zu den wenigen, deren Gangart sich im Laufe der Schachgeschichte nicht verändert hat. Schon im indischen Chaturanga und auch im chinesischen Xiangqi zieht er auf gleiche Weise; im letzteren allerdings entlang der geraden Linien, wobei er nicht so springen kann wie im europäischen Schach. Das häufigste taktische Motiv im Zusammenhang mit dem Springer ist die Gabel. Dabei werden gleichzeitig mehrere Figuren angegriffen, die der Gegner unter Umständen nicht alle verteidigen kann.
Eine besonders „lukrative“ Gabel ist der Doppelangriff auf den gegnerischen König und die Dame, das so genannte „Familienschach“. Sofern der Springer nicht geschlagen werden kann, muss der gegnerische Spieler seinen König aus dem Schach ziehen, wonach seinerseits der Springer die Dame schlagen kann.

die Bauern

Der Bauer – ♙ ♟

Der Bauer ist ein Spielstein des Schachspiels. Jeder Spieler hat zu Partiebeginn acht Bauern, die einen Wall vor den übrigen Figuren bilden.
Im persischen Spiel wurde der Bauer als „Pyâdah“ (=Fußsoldat) bezeichnet und als solcher dargestellt.
Wegen seiner begrenzten Zug- und Schlagmöglichkeiten gilt der Bauer als schwächster Stein im Schach. Im Unterschied zu den übrigen Figuren kann der Bauer sich nicht rückwärts bewegen, sondern nur nach vorne.
Allerdings wird die Bedeutung des Bauern im Verlauf einer Schachpartie immer höher, und zwar aufgrund der Möglichkeit, sich bei Erreichen der gegnerischen Grundreihe in eine stärkere Figur umzuwandeln.
Der Weltschachverband FIDE unterscheidet in seinen offiziellen Schach-Regeln nicht zwischen „Bauer“ und „Figur“, trotzdem wird der Bauer umgangssprachlich häufig nicht als Figur bezeichnet.
Man nennt Schach das Spiel der Könige. Aber die Hälfte der Figuren auf dem Feld sind Bauern. Jeder Spieler hat 8 Bauern. Die ersten Züge werden von den Bauern bestimmt. Und gegen Ende einer Partie erhält ein Bauer ungeahnte Bedeutung, wenn er in eine andere Figur (z.B. eine Dame) verwandelt wird.

Zur Beschreibung der einzelnen Figuren habe ich auf Informationen aus den Einträgen bei Wikipedia zurückgegriffen.